No Pressure No Diamonds! Warum Deadlines nicht schlimm sind, manche Menschen aber schon.

Eine kurze Geschichte mit Despoten, Liegestütze, Fixsternen, einer Seereise und wie Diamanten wirklich entstehen.

Kaum beginne ich mit der Überarbeitung des Designs unserer Website, starte ich den Countdown. Ich sehe ihn mir an und denke „bin ich eigentlich wahnsinnig, warum mache ich mir schon wieder so einen Druck?“

Aber genau genommen, baue ich keinen Druck auf, sondern stecke mir einfach nur einen Rahmen und ein Budget ab und setze ein Ziel.

Dinge ohne die es nicht geht, weil man sich sonst in Ewigkeiten verzettelt und die Richtung verliert.

Die selbstgesteckte Deadline ist also kein Druckpunkt, sondern ein Fixstern. Er dient der Orientierung. Er macht den Weg nicht weiter oder beschwerlicher und die See nicht rauer.

Die See rauer machen Menschen mit der falschen Einstellung und schlechtes Equipment die Fahrt anstrengend.

„No Pressure No Diamonds!“

Ist ein gutes, aber leider ins Deutsche sehr schlecht übersetztes Sprichwort. Denn meistens wird es übersetzt mit

„Unter Druck entstehen Diamanten“

Gemeint ist es aber im Sinne von

„Ohne Anstrengung kein Erfolg“

Jetzt was ist der Unterschied?

Viel zu häufig hängen wir der alten preussischen Arbeitstugend nach, in der wir unseren inneren Schweinehund am besten mit Gewalt überwinden müssen.

„Unter Druck entstehen Diamanten“ ist also die Maxime und Rechtfertigung aller Schleifer und Despoten.

Ein krankes Pferd kann man aber so lange treten, wie man will, es wird nicht schneller laufen, sondern noch langsamer.

„Unter Druck arbeite ich am Besten“ und „Ohne Anstrengung kein Erfolg“ ist etwas völlig anderes.

Druck in Form von Notwendigkeiten, Deadlines, akuter Gefahr schärfen unsere Sinne, wir reduzieren und fokussieren unser Handeln auf das absolut notwendige. Wir werden effizienter, weil wir nicht viel Zeit zum Überlegen, Zögern, Trödeln haben. Wir entscheiden schneller.

Druck durch Gegebenheiten ist also etwas anderes, als Kundschaft oder Chef mit der Haltung „ich muss nur mal ordentlich Druck auf jemanden ausüben, dann geht alles schneller“.

Aber es gibt auch Menschen, die mögen das. Die versuchen, Leistung prinzipiell zu vermeiden, solange ihr Job nicht in Gefahr ist. Ganz offen gesagt. Von denen würde ich mich trennen.

Ein Freund erklärte mir diesen Zustand mal als „Beatmen“.

Wir hatten vor unserem Laden einen Weihnachtsmann mit Gebläse. Schaltete man ihn ab, sank er in sich zusammen. Wenn ich in Menschen diesen Weihnachtsmann sehe, nehme ich Abstand.

Jetzt werden sogar Sportprgramme nach dem Schleifer Prinzip angeboten und diese „Bootcamps“ sind gut gebucht.

Da macht man Liegestütze und wird dabei angeschrien, wie faul und träge man doch sei. Gut, wenn jemand damit mehr Liegestütze macht als je in seinem Leben. Aber was passiert, wenn niemand schreit? Kein besonders nachhaltiger Effekt also.

Einen Personal Trainer, der mir Tipps gibt, mit mir läuft, mir dabei sagt,

„wir schaffen das gemeinsam“

„nicht mehr weit“

„nur noch ein kurzes Stück“

„Du bist stärker als Du denkst“

„wenn wir oben sind, geniessen wir die Aussicht“

und am Ende

„sieh, was Du geschafft hast“

„sieh welch tolle Aussicht, das hat sich doch gelohnt“

sagt, halte ich für kompetenter.

Das ist die Methode „Ohne Anstrengung kein Erfolg“

Diese Worte und Erfahrungen hallen nach, machen eine Person stärker und stärker. Nachhaltig. Eine Person, die auf positive Motivation nicht anspringt, ist verloren und muss sich erst einmal selbst finden. Durch permanente Beatmung helfen wir nicht und ändern nichts. Es kostet nur Kraft.

Die richtigen Leute finden – sich gegenseitig motivieren, unterstützen und stärken.

So entsteht Wachstum und Erfolg.

Ich bin sehr froh, in einem solchen Team zu arbeiten.

Wenn Sie entspannt mit uns reisen und sicher ankommen möchten, freuen wir uns auf Projekt Anfragen.

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